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Wo bleibt der Wellenbrecher-Shutdown für den FC Bayern?

Aufreger des Spieltages

Das kann doch echt nicht wahr sein. Da bekommen die Bayern schon nach zehn Minuten eine rote Karte und schießen ihren Gegner trotzdem noch vor der Halbzeitpause aus dem Stadion. 4:0 gegen Stuttgart, gegen einen richtigen Bundesligisten, nicht gegen Schalke 04 oder so. Trotz 80-minütiger Unterzahl nicht ein Hauch von Spannung. Die Bayern marschieren ihrer neunten Meisterschaft in Folge entgegen. Und die Frage drängt sich auf: Wie lange soll die ausgelaugte Fußballfanbevölkerung diese ermüdende Bayern-Dominanz noch ertragen?

So kann das jedenfalls nicht weitergehen. Halbherzige Maßnahmen wie ein läppischer Platzverweis reichen offensichtlich nicht aus, um den FC Bayern unter Kontrolle zu bekommen. Die bayerische Tabellen-Inzidenz liegt schon jetzt wieder bei über 60 Punkten und plus 43 Toren. Robert Lewandowskis Torausbeute steigt exponentiell. Da müssen wohl oder übel schärfere Instrumente her.

Was wir jetzt brauchen, ist ein einheitliches, auch für den letzten fußballinteressierten Bürger nachvollziehbares Regelwerk, um halbwegs gut durch die nächsten Monate zu kommen.

  1. Aufgrund der kritischen tabellarischen Gesamtsituation sollten die Bayern bis zum Ende der Saison grundsätzlich nur noch mit zehn Spielern in ein Spiel starten.
  2. Drohen die bayuwarischen Angriffswellen die gegnerische Verteidigung zu überlasten, müssen die Münchner ihre Spielerzahl weiter reduzieren. Auf jedes Bayern-Tor hat innerhalb von fünf Spielminuten eine Wellenbrecher-Auswechslung zu erfolgen.
  3. Einwechslungen darf Trainer Hansi Flick nur vornehmen, wenn er sie zuvor über ein digitales Terminvergabeformular angemeldet hat und auch nur innerhalb des zugewiesenen Zeitfensters.
  4. Um die Situation auch langfristig zu stabilisieren, gilt darüber hinaus, dass jeder Sommertransfer in endlosen Bürokratierunden vom Bundesfinanzministerium zu genehmigen ist. Bei Spielereinkäufen von direkten Konkurrenten können die nationalen und europäischen Wettbewerbsbehörden ihr Veto einlegen, sofern sie schädliche Risiken und Nebenwirkungen befürchten. Der Medizincheck läuft über PEI und Ema.
  5. Zugunsten in existenzielle Not geratener Traditionsklubs, zum Beispiel solcher in blau-weißer Spielkleidung, verzichtet der FCB vorerst auf seinen Anteil aus den TV-Einnahmen (solidarische Überbrückungs-Nothilfe)
  6. Die Maßnahmen enden frühestens, wenn Manuel Neuer, Thomas Müller und Robert Lewandowski in Rente gegangen sind, vielleicht aber auch nie. Über etwaige Lockerungen wird zu gegebener Zeit beratschlagt.

Verlierer des Spieltages

Bei Sky schlafen sie auch schon vor Langeweile auf den Schaltknöpfen ein. In der Samstagnachmittagkonferenz blendete der eigentlich werbeunterbrechungsfreie Pay-TV-Sender während der laufenden Spiele auf einmal einen Reklame-Spot für einen Wettanbieter ein – und das gleich zweimal hintereinander. Und weil’s so schön war, wurde auch das Abendspiel zwischen Schalke und Gladbach von einer versehentlichen Werbeeinblendung gestört. Einige TV-Zuschauer machten ihrem Ärger mit bösen Twitter-Kommentaren Luft, Sky entschuldigte sich für den “technischen Fehler”. Dabei konnten zumindest die Schalke-Fans dankbar für die unerwartete Ablenkung vom deprimierenden Geschehen auf dem Rasen sein.

Gewinner des Spieltages

Aber es war auch nicht alles schlecht. Selten hat man von einem Bundesligaspieler so eine schöne Interview-Antwort auf so eine banale Frage gehört wie von Gladbachs Christoph Kramer im “Aktuellen Sportstudio”. Auf die Frage, warum sein Team über Wochen das Siegen verlernt zu haben schien (bis zum Samstag-Sieg gegen Schalke), nachdem Trainer Marco Rose seinen Abschied zum Saisonende verkündet hatte, entgegnete Kramer: “Auch meine Eltern, meine Freunde – alle stellen mir die gleiche Frage. Ich habe allen immer gesagt – und das sage ich jetzt auch dir: Wenn jetzt dein Chef kündigt und du weißt das, dann sagst du dir ja nicht: ‘Okay, ab heute ist’s egal, ich stelle nur noch Scheißfragen.’ Sondern du machst weiter und stellst einfach gute Fragen. Und bei uns ist es auch nicht anders.” Man habe ebenso versucht, weiter gut Fußball zu spielen und sich beste Mühe gegeben. “Diese Diskussion um den Trainer und ob wir jetzt noch alles für den geben”, sei daher einfach nur “brutaler Quatsch”.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Aus gut und gerne 20 Metern traf Robert Andrich von Union Berlin mit einem herrlichen Schuss ins Tor – nur leider ins eigene. Ein Weitschuss-Eigentor erster Güte.

QUELLE

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