Wirtschaft

Dieter Bohlen und die Bitcoins – “Finanztest” warnt vor Promi-Trick bei Fake-Portalen

Reich werden mit Bitcoins – das wär’ doch eine schöne Sache. Und wenn ein erfolgreicher Promi das empfiehlt, was kann dann schon schief gehen? Wer sich derart leichtgläubig mit Finanzfragen beschäftigt, der läuft schnell Gefahr, Opfer von Betrügern zu werden.

Denn im Internet poppen immer wieder neue Webseiten auf, die mit gefälschten Jubelartikeln und erfundenen Zitaten von Prominenten den schnellen Reichtum mit Kryptowährungen versprechen. Mal ist es Dieter Bohlen, mal Günther Jauch, Frank Thelen oder irgendeine andere bekannte Person, deren Namen und Bild für die Abzocke missbraucht werden. Auch die Logos echter Nachrichtenportale werden geklaut, um sich einen seriösen Anstrich zu geben.

Die Experten von “Finanztest” erklären, wie die Masche im Detail funktioniert. Wer den Links in Fake-Artikeln über Dieter Bohlens angebliche “fantastische Finanzplattform” oder ähnlichem folgt, wird auf dubiose Portale gelockt, auf denen man angeblich todsichere – in Wahrheit jedoch hoch riskante – Finanzwetten abschließen kann, die für Laien nicht geeignet sind. Dabei handelt es sich häufig um binäre Optionen oder CFD-Kontrakte, die auf fallende oder steigende Kurse von Aktien, Rohstoffen oder Kryptowährungen wetten. Das Geld ist meistens weg und mindestens ein Teil davon in den Taschen der betrügerischen Onlinebroker.

Schaden für Anleger in Millionenhöhe

Die Finanzaufsicht Bafin und das Bundeskriminalamt warnen bereits seit 2018 vor solchen Portalen, deren Hintermänner meist im Ausland sitzen und sich so der Kontrolle entziehen. Trotzdem läuft die Masche immer weiter: Erst im Mai dieses Jahres nahm die Polizei in Bulgarien eine internationale Betrügerbande fest, die unter anderem deutsche Anleger um rund 30 Millionen Euro erleichtert hatte. Einen aktiven Handel mit Finanzprodukten habe die Bande mit einer speziellen Software nur vorgetäuscht, das investierte Geld aber für sich behalten, berichtet die an dem Verfahren beteiligten Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Vereinzelte Gewinne seien nur ausgezahlt worden, um das Vertrauen der Kunden zu stärken und diese zu weiteren Investitionen zu animieren. “Die Geschädigten erlitten am Ende jedoch regelmäßig Totalverluste; in einem Fall über 1,6 Million Euro.”

Kunden aus Deutschland, die sich auf der Plattform registriert hatten, wurden von Deutsch sprechenden Callcenter-Agenten aus Bulgarien – mit deutscher Telefonnummer – immer wieder angerufen, um mehr Geld zu investieren. Selbst nachdem die Plattform abgeschaltet war, hörte der Betrug nicht auf: Nun erhielten die Betrogenen Anrufe mit dem falschen Versprechen, das verlorene Geld könne zurückgeholt werden. Ein gefälschtes Schreiben der Bafin sollte den Kunden weismachen, dass das investierte Geld nur eingefroren sei und gegen eine Gebühr freigegeben werde.

Finger weg von Wunderversprechen

Die Finanzexperten der Stiftung Warentest empfehlen, grundsätzlich keine Geschäfte über Plattformen abzuwickeln, bei denen man nicht sicher ist, dass diese seriös sind. Finger weg heißt es etwa, wenn die Webseite kein Impressum aufweist oder eine Anschrift in der Karibik angegeben ist. Falsche Angaben können teils mit einer Online-Handelsregisterabfrage entlarvt werden. Einige bekannte unseriöse Plattformen finden sich auf der Warnliste der Stiftung Warentest oder bei der Bafin unter dem Menüpunkt Verbraucher. Leider gibt es aber immer wieder neue, da die betrügerischen Plattformen meist nur wenige Monate am Markt sind und dann in neuer Gestalt erneut auftauchen.

Und immer bewusst machen: Nur weil da etwas mit einem bekannten Gesicht beworben wird, heißt das noch lange nicht, dass das vertrauenswürdig ist. Sowas lässt sich leicht fälschen. Absurde Falschgeschichten und Photoshop-Montagen mit Prominenten finden sich nicht nur bei Versprechen von märchenhaftem Bitcoin-Reichtum, sondern auch bei Diätpillen und anderen vermeintlichen Wunderdingen.

QUELLE

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