Kultur

Erschaffer des Wall-Street-Bullen in New York ist tot

1989 stellte Arturo Di Modica seinen »Charging Bull« illegal an der New Yorker Börse auf. Die Skulptur wurde zur Touristenattraktion – und sorgte weiter für Diskussionen. Jetzt ist Di Modica mit 80 Jahren gestorben.

Er starb nach Angaben der Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos im Alter von 80 Jahren in der italienischen Provinz Ragusa auf Sizilien: Der Bildner des berühmten Wall-Street-Bullen in New York, Arturo Di Modica, ist tot. Der Zeitung »La Repubblica« zufolge kämpfte der Künstler seit vielen Jahren gegen Krebs. Am Montag soll er in der Stadt Vittoria beerdigt werden, wie Ansa schrieb.

Siziliens Regionalpräsident Nello Musumeci schrieb auf Facebook, er sei bewegt gewesen, als er vom Tod Di Modicas erfahren habe. Auch wenn er lange Zeit in den USA gelebt habe, sei Di Modica mit Sizilien stets unauflöslich verbunden gewesen, hieß es darin weiter. Di Modica hatte mehr als 40 Jahre in den Vereinigten Staaten gelebt.

Sein wohl berühmtestes Werk ist der »Wall Street Bull« oder »Charging Bull« im Finanzdistrikt Manhattans nahe der New Yorker Börse. Die Bronzeskulptur – drei Tonnen schwer, fünf Meter lang – zeigt einen grimmigen Bullen und ist beliebt bei vielen Touristen. Di Modica habe damit das Bild des wachsenden Aktienmarktes symbolisieren wollen; das erzählte er der »Repubblica« unlängst noch in einem Interview.

2017 hatte es Streit über die Skulptur gegeben: Damals wurde zum Weltfrauentag gegenüber dem Bullen die Statue »Fearless Girl« von der Künstlerin Kristen Visbal enthüllt, sie sollte auf den Mangel an weiblichen Führungskräften in US-Unternehmen hinweisen und bot dem Tier entschlossen die Stirn. Di Modica wehrte sich damals dagegen, dass seinem Bullen ein patriarchaler Gestus unterstellt wurde: Der »Repubblica« sagte er: »Mein Stier ist ein Zeichen des Optimismus und der Stärke. Ich bin nicht damit einverstanden zu sehen, wie er in ein negatives Symbol umgewandelt wird.« Seine Statue sei zu einer Repräsentation der männlichen Dominanz über die Frauen gemacht worden. Später musste das »Fearless Girl« auf einen anderen Platz vor der Börse umziehen.

In einer Nacht- und Nebelaktion hatte Di Modica im Dezember 1989 mit 40 anderen seine tonnenschwere Skulptur illegal an der Börse aufgestellt. Den Börsenchefs habe das nicht gefallen und sie ließen sie entfernen. Schlussendlich landete sie am Park Bowling Green, wo sie noch heute steht.

QUELLE

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