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Alle wollen weg von WhatsApp – nun profitiert eine beinahe vergessene App

Uh-Oh. Wer ICQ, den allerersten Messenger Ende der Neunziger und Anfang der 2000er genutzt hat, wird den markanten Sound wohl nie wieder vergessen. Der Dienst mit dem bunten Blumen-Logo war extrem populär in einer Zeit, als man im Internet nur über E-Mails oder Chats kommunizieren konnte. Doch mit dem Boom der Smartphones verlor der Dienst seine Daseinsberechtigung – und wurde allmählich vergessen.

Das Comeback von ICQ

Nun erlebt ICQ nach Jahren im Schatten ein überraschendes Comeback. In den vergangenen Monaten installierten sich immer mehr Nutzerinnen und Nutzer den Dienst auf ihren Telefonen, vor allem aus Nostalgiegründen. Doch nachdem Marktführer WhatsApp neue Nutzungsbedingungen ankündigte und für reichlich Wirbel sorgte, schauten sich viele User nach Alternativen um. Am meisten profitierten Telegram, Signal und Threema vom WhatsApp-Exodus.

Doch auch ICQ konnte seine Downloadzahlen teils um Faktor 35 erhöhen, wie das in Hongkong ansässige Unternehmen nun dem “Wall Street Journal” erklärt. Allerdings wird nicht gesagt, wie hoch die Ausgangsbasis ist, konkrete Zahlen bleibt der Anbieter schuldig. Die Anwendung erobert im Heimatland die App Stores, hierzulande ist sie jedoch nach wie vor ein Nischenphänomen. Im deutschen App Store befindet sich ICQ auf Platz 35 unter den sozialen Netzwerken.

Der Messenger wurde im vergangenen Jahr unter dem Namen “ICQ New” komplett neu aufgelegt und bietet nun auch Sticker oder die Umwandlung von Sprachnachrichten in Text. Wie bei Telegram kann man einzelne Kanäle abonnieren.

ICQ und Datenschutz

Wer jedoch aus Datenschutzgründen den Messenger wechseln möchte, sollte besser nicht ICQ den Vorzug geben. Hinter der App steckt seit zehn Jahren das russische Internet-Unternehmen mail.ru, welches immer wieder Datenschutzvorwürfen ausgesetzt ist. Das Unternehmen ist sehr schmallippig was den Umgang mit Nutzerdaten und Verschlüsselungen angeht. Zudem ist die App proprietär, für Außenstehende sind die Verschlüsselungsmechanismen also nicht vollständig überprüfbar. ICQ verknüpft zudem zahlreiche Daten mit der eigenen Identität.

QUELLE

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