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Zwei weitere Tote bei Protesten in Myanmar

Seit fast drei Wochen sind tagtäglich Tausende Menschen in Myanmar auf den Straßen und fordern die Wiederherstellung demokratischer Rechte. Doch in Mandalay, der zweitgrößten Stadt des südostasiatischen Landes, gingen Soldaten und Polizisten jetzt mit besonderer Härte gegen Protestierende vor.

Zweit Tote, viele Verletzte

Sie eröffneten das Feuer auf streikende Arbeiter der Yadanarbon-Werft und andere Demonstranten, nachdem diese lautstark den Abzug der Einheiten gefordert hatten. “Zwanzig Leute sind verletzt und zwei tot”, sagte Ko Aung, Chef der freiwilligen Nothilfe Parahita Darhi. Ein Mann sei an einer Kopfverletzung gestorben, schilderten Augenzeugen und ein Arzt. In anderen Augenzeugenberichten ist von mehr als 30 Verletzten die Rede.

Mindestens fünf Menschen seien von sogenannten Gummigeschossen getroffen worden, sagte ein Fotograf der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), der sich vor Ort befand. Fotos, die über soziale Medien verbreitet wurden, zeigten, wie blutende Menschen auf Tragen in Sicherheit gebracht wurden. Die Soldaten setzten auch Wasserwerfer und Tränengas ein.

In anderen Städten protestierten die Menschen ebenfalls wieder gegen den Militärputsch. Zugleich gedachten sie der 20-jährigen Mya Thwet Thwet Khine, die am 9. Februar in der Hauptstadt Naypydaw durch den Schuss aus einer Maschinenpistole am Kopf schwer verletzt und am Freitag verstorben war. Ihr Schicksal machte die Studentin im ganzen Land zu einer Symbolfigur des Widerstands gegen die Junta.

Hunderte Menschen wurden in den vergangenen drei Wochen in Myanmar festgenommen. Zur Einschüchterungstaktik der Junta gehören auch nächtliche Razzien. An diesem Samstag wurden laut Augenzeugen weitere Demonstranten von Polizisten abgeführt.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell verurteilte via Twitter die Gewalt gegen friedliche Demonstranten scharf und rief die Militärs auf, diese sofort zu stoppen. Er kündigte an, die EU-Außenminister würden sich am Montag mit der zuspitzenden Lage befassen.

Das Militär hatte am 1. Februar die Regierung gestürzt und die De-facto-Ministerpräsidentin Aung San Suu Kyi festgesetzt. Die Protestierenden fordern die Wiedereinsetzung von Suu Kyi. Außerdem wollen sie die Verfassung von 2008 kippen, in der dem Militär eine einflussreiche Rolle in der Politik zugeschrieben wird.

QUELLE

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