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China hat mit dem Bau seiner eigenen bemannten Weltraumstation begonnen

China hat mit dem Bau seiner eigenen bemannten Weltraumstation begonnen. Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 5B“ ist am Donnerstagmorgen mit dem Kernmodul der Raumstation vom Raumfahrtbahnhof Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan gestartet. Das 22 Tonnen schwere Modul „Tianhe“ (Himmlische Harmonie) wird den Hauptteil der Raumstation bilden, die bereits im kommenden Jahr fertig gestellt sein könnte.

Zehn Minuten nach dem Start trennte sich das Modul erfolgreich von der Rakete, was lauten Applaus im Kontrollzentrum auslöste. Wenig später erreichte „Tianhe“ auch seine vorbestimmte Umlaufbahn, wie chinesische Staatsmedien berichteten. Chinas Premier Li Keqiang verfolgte den Start vom Raumfahrtzentrum in Peking aus.

Mit dem Bau der Raumstation beginnt China das bisher größte Vorhaben seines ehrgeizigen Weltraumprogramms. Es gab bisher zwei kleinere Vorgänger: Das Raumlabor Tiangong 1 startete 2011 ins All und verglühte 2018 unkontrolliert in der Atmosphäre. Sein Nachfolger Tiangong 2 wurde 2016 auf den Weg gebracht. Zwei Raumfahrer wohnten und experimentierten dort 29 Tage lang. Im Juli 2019 ließ China Tiangong 2 nach fast drei Jahren kontrolliert verglühen.

„Tianhe“ ist 16,6 Meter lang hat einen Durchmesser von 4,2 Metern. Das Kernmodul sorgt für Strom und Antrieb, bietet Unterkünfte für drei Astronauten, die bis zu sechs Monate an Bord bleiben können. Zwei weitere Teile für wissenschaftliche Experimente werden t-förmig angebaut. Drei Raumschiffe können gleichzeitig andocken.

Im Mai könnte bereits das Cargo-Raumschiff „Tianzhou 2“ mit Treibstoff und Versorgungsgütern folgen. Auch bereiten sich derzeit drei Astronauten vor, an Bord von des Raumschiffs „Shenzhou 12“ möglicherweise im Juni zu „Tianhe“ zu fliegen. Die Bauphase erfordert einen gedrängten Flugplan: Insgesamt sind elf Flüge geplant – drei davon mit Modulen, vier Frachtmissionen und vier bemannte Raumflüge, wie das chinesische Raumfahrtprogramm mitteilte. Mit Tiangong 1 und Tiangong 2 hat sich die junge Raumfahrtnation auf das komplexe Vorhaben vorbereitet. Es wurden Rendezvous- und Auftankmanöver sowie Weltraumspaziergänge geübt.

Sollte die Internationale Raumstation ISS in den kommenden Jahren ihren Dienst einstellen – ihr Betrieb ist noch bis 2024 gesichert –, dann wäre China möglicherweise die einzige Nation, die eine Raumstation unterhält. Auch Russland plant eine eigene Raumstation, Der Aufbau soll aber erst frühestens 2025 beginnen.

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