Politik

»Das heißt nicht, dass wir dann im Juni schon alle impfen können«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Erwartungen an die Aufhebung der Impfpriorisierung gedämpft. Im Juni könnte die Priorisierung aufgehoben werden, aber nicht Anfang des Monats. Wichtig sei auch, dass die Erwartungen realistisch blieben. »Das heißt nicht, dass wir dann im Juni schon alle impfen können.«

18,5 Millionen Deutsche seien derzeit zumindest einmal geimpft, das sei jeder fünfte Deutsche. Vier Millionen Dosen seien in Deutschland derzeit nicht verimpft. Dafür gebe es aber schon Termine im Laufe der nächsten Tage. Das was ausgeliefert werde, werde schnell verimpft.

Impfgipfel soll am Montag über Privilegien beraten

Am Montag soll ein Treffen zwischen Kanzleramt und Ministerpräsidenten stattfinden. Dabei soll unter anderem über die Aufhebung der Impfpriorisierung beraten werden. Ein weiteres Thema sollen Privilegien für Geimpfte sein. Einen Anspruch darauf, dass etwa Restaurants für Geimpfte öffnen dürfen, werde es wohl nicht geben, sagte Spahn. Auch von Ausgangssperren werden sie wohl nicht ausgenommen werden. Er könne den Beschlüssen aber nicht vorgreifen, sagte Spahn.

Die Bundesregierung arbeite daran, die Einreiseverordnung für Geimpfte zu ändern. Ziel sei es, die Testauflagen für Personen mit Impfschutz zu reduzieren, sagte Spahn.

Zum Beschluss der Änderungen am Infektionsschutzgesetz sagte Spahn, der Grund für die einschränkenden Maßnahmen sollte wieder mehr in den Blick rücken. Es gebe viele Kliniken in Deutschland, in denen die Belastung sehr hoch sei, gerade für das Personal. Er wolle weiterhin eine Überlastung vermeiden.

»In dieser Phase der Pandemie ist es so, dass Inzidenz und Intensiv miteinander zusammenhängen«, sagte Spahn.

»Schwere Verläufe können auch bei Jüngeren auftreten«

Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, rief dazu auf, die Einschränkungen weiterhin zu beachten. »Diese Wochen sind für uns alle schwer, umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft alle zusammenstehen«, sagt Schaade.

Derzeit steige die Zahl der Neuinfektionen vor allem in der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen. Diese Gruppe sei genau wie Jugendliche zum Großteil noch nicht geimpft. Aber auch für Jüngere und Gesunde »ist dieses Virus nicht harmlos«, sagt Schaade. »Schwere Verläufe können auch bei Jüngeren auftreten.« Und jüngste Studien zeigten, dass zehn Prozent der Infizierten Long-Covid-Symptome aufwiesen.

Er sei froh, dass die Prognose von einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 300 nicht eingetroffen sei. Aussagen über die nächsten Wochen könne er schwer treffen.

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