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Papst ruft Iraker zu Frieden und Gewaltverzicht auf

Papst Franziskus hat sich bei seinem Besuch im Irak gegen Gewalt im Namen von Religion gewandt. In der Hauptstadt Bagdad besuchte er die Kathedrale Sajjidat-al-Nadscha, die 2010 Ziel eines Angriffs des Terrornetzwerks Al-Kaida mit mindestens 50 getöteten Gläubigen war.

“Ihr Tod erinnert uns nachdrücklich daran, dass Anstiftung zum Krieg, Haltungen des Hasses, Gewalt und Blutvergießen mit den religiösen Lehren unvereinbar sind”, sagte Franziskus in einer Ansprache vor christlichen Amtsträgern.

Wegen der Corona-Pandemie waren nur wenige Kirchenvertreter zu dem Treffen zugelassen. Sie saßen in den Kirchenbänken weit auseinander. Das Umfeld der Kathedrale war stark gesichert. Die christliche Gemeinde in dem arabischen Land ist angesichts der Angriffe von radikalislamischer Seite von einst 1,5 Millionen auf derzeit rund 300.000 Menschen geschrumpft.

Papst Franziskus ist das erste Oberhaupt der Katholischen Kirche, das in den Irak reist. Das Land hat in den vergangenen Jahren massiv unter Gewalt vor allem von militant-islamistischen Gruppen gelitten. Bei Terroranschlägen kamen immer wieder viele Menschen ums Leben, zuletzt im Januar. In den Gebieten, die unter Herrschaft der Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) standen, wurden vor allem Christen und andere religiöse Minderheiten wie die Jesiden rücksichtslos verfolgt.

“Möge der Lärm der Waffen verstummen”, sagte der 84-Jährige bei einem Empfang durch Präsident Barham Salih sowie hochrangigen Politikern und Diplomaten in Bagdad. Parteipolitische und ausländische Interessen hätten das Land zerrissen, worunter vor allem die einfachen Menschen zu leiden hätten. Es sei von entscheidender Notwendigkeit, alle politischen, sozialen und religiösen Gruppen zu beteiligen und die Grundrechte aller Bürger zu garantieren, forderte er: “Niemand darf als Bürger zweiter Klasse angesehen werden.” Zugleich verlangte er ein Ende der Gewalt.

Franziskus will innerhalb von vier Tagen allein vier große Städte im Irak besuchen. Raketenangriffe und Selbstmordanschläge auf zivile und militärische Ziele hatten zuletzt in dem Land wieder zugenommen. Tausende zusätzliche Sicherheitskräfte sind zum Schutz des Papstes im Einsatz. Der Papst will unter anderem Mossul besuchen, eine ehemalige Hochburg des IS.

QUELLE

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