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Viel Krach und wenig Nutzen – die meisten Dunstabzugshauben für die Küche taugen nichts

Gute Küchenluft mag jeder. Wer will schon, dass Fischgerüche und Bratfettduft durch die Küche wabern und danach die ganze Wohnung appetitlich tränken. Abhilfen sollen Dunstabzugshauben schaffen: Sie saugen die Luft oberhalb des Herdes an und filtern Fett und Gerüche raus. Beim aktuellen Test muss man erst einmal schlucken: Das Gerät mit der besten Filterwirkung kostet satte 2640 Euro. Außerdem soll die Ergoline 2 BKH 90 EG-2 von Berbel nach jedem Betrieb gereinigt werden.

Umluft ist schlechter als Abluft

Im Test waren dieses Mal nur Modelle im Umluftbetrieb. Sie saugen die Luft an, schicken sie durch einen Filter und entlassen sie dann wieder in den Raum. Im Vergleich zu Absauggeräten ist das die weit schlechtere Lösung. Im Prinzip arbeiten Absauger ähnlich wie die Umluftgeräte, nur das die gefilterte Luft über ein Rohr nach draußen geleitet wird. Dazu muss das Rohr allerdings zu einer Außenwand des Gebäudes geführt werden und die muss für ein Rohr aufgebohrt werden. Das ist aufwendig, teuer und für Mieter meist nicht möglich. Kleiner Trost: Gute Abluftgeräte sind billiger, rechnet man aber die Installationskosten für den Einbau hinzu, werden sie teurer als Umluftgeräte (Test mit Abluftgeräten: “Dunstabzugshauben im Test – Gute Küchenluft ist verdammt teuer“).

Die Warentester prüften 18 Modelle und waren meist nicht begeistert. Nur sechs Hauben überzeugten, fünf davon mit guter Filterwirkung. Am besten gegen Fett und Gerüche wirkt die teure Berbel Ergoline 2 BKH 90 EG. Testsieger wurde wegen der besseren Handhabung die Pur 98 W von Miele für 885 Euro, auf Platz drei kommt die Siemens LC97BCP50 für 535 Euro. Die Ikea Rytmisks schaffte nur eine befriedigende Note, kostet aber auch nur 258 Euro.

Kosten für Wechselfilter

Am meisten Fett holte das Gerät von Miele aus der Küchenluft. Der engmaschige, zehnlagige Filter schaffte bis zu 90 Prozent. Wasserdampf nehmen diese Geräte übrigens nicht auf. Wenn die Töpfe brodeln muss gelüftet werden. Gerüche sollen durch einen Aktivkohlefilter entfernt werden. Das funktionierte meist viel schlechter als das Abscheiden des Fettes. Bei Gerüchen überzeugte nur das Gerät von Brebel. Sein Filter enthält auch ganze vier Kilogramm Aktivkohle. Nach 30 Minuten ließen sich noch wenige Geruchsmoleküle in der Luft messen. Küppersbusch bietet übrigens für seine Haube einen nachrüstbaren Plasmafilter an. Der kostet 900 Euro zusätzlich und bringt, so die Warentester, “nicht viel”. Ein vernichtendes Urteil für das teure Extra.

Die empfehlenswerten Geräte sind allesamt teuer. Dazu kommen noch die Ausgaben für die Wechselfilter. Die Miele will alle sechs Monate einen neuen für 83 Euro. Macht fast 14 Euro im Monat. Amica braucht alle zwei Monaten einen neuen für 35 Euro. Macht 210 Euro im Jahr. Im Markt gibt es auch billigere Ersatzfilter von Fremdfirmen, deren Leistung wurde aber nicht getestet. Für eine Preisidee: Einen Kombi-Filter mit einer Einlage aus Aktivkohle gibt es auch für zehn Euro. Wenigstens lassen sich die originalen Aktivkohlefilter von Ikea im Backofen regenerieren. Weiteres Problem: Um die Luft durch die Filter zu pressen, müssen die Motoren mehr arbeiten als bei Abluftgeräten: Die Folge, bei voller Leistung wird es sehr laut.

High-End-Lösung

Die Warentester weisen auch auf eine Auswertung des schwedischen Magazins “Råd & Rön” hin. Die haben 29 Induktionskochfelder mit integriertem Abzug geprüft. Im Umluftbetrieb schnitt das Modell IDK84453IB von AEG am besten ab. Kosten: 2750 Euro. Auch gut war das Miele KMDA 7633 FL, es kostet 2700 Euro. Ein Herd mit integriertem Abzug gehört also zur Küchen-Oberklasse.

QUELLE

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