Kultur

Schwarzes Fernsehen zählt

Es ist das bekannte Vater-Sohn-Programm: Der Alte schuftet, damit der Junge Abitur machen kann, um später zu studieren. Aber der Junge pfeift auf die Aufstiegspläne des Alten und will lieber nach seiner Façon glücklich werden, zum Beispiel Friseur werden. Es folgt die alte Du-sollst-es-doch-mal-besser-haben-als-ich-Leier, die man aus etlichen Familiendramen kennt.

Eines ist in dem mit den formatüblichen Familienkonflikten und Alltagskatastrophen ausgepflasterten Fernsehfilm »Herren« aber anders: Alle Hauptdarsteller sind schwarz.

Ezequiel (Tyron Ricketts), der ambitionierte Vater, kam einst aus Brasilien nach Berlin, um hier seine Urlaubsbekanntschaft Marta (Dalila Abdallah) zu heiraten. Er ging mit verschiedenen Geschäftsideen baden, der Traum von der eigenen Capoeira-Schule erfüllte sich auch nicht, jetzt putzt er nachts die öffentlichen Pissoirs zwischen Tierpark und Mitte. Deshalb soll sein Sohn Stevie (Pablo Grant) sich ins Zeug legen, denn hierzulande sei man ohne abgeschlossenes Studium ein Niemand. Gerade, wie der Alte nicht aufhört zu betonen, als Schwarzer.

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