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„Er wird der Welt beweisen, wer Mesut Özil ist“

Das berühmte Erdogan-Foto war gerade über die Leinwand geflimmert, als Mesut Özil abermals mit seiner deutschen Heimat brach. „Wenn ich einmal einen Weg eingeschlagen habe, kehre ich niemals um“, sagte er. „Ich wünsche der deutschen Nationalmannschaft viel Erfolg, aber ich spiele da nie mehr.“ Für die Aussagen erntete Özil starken Applaus bei der pompös inszenierten Vorstellung bei Fenerbahce Istanbul über ein mögliches Comeback in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, „aber nein, ich werde nie wieder für sie spielen.“ Auch eine Bundesliga-Rückkehr schloss er auf die Frage einer Reporterin hin aus: „Keine Chance.“

Sportlich ist eine Rückkehr von Özil in die DFB-Elf ohnehin kein Thema, obwohl der 32-Jährige die jüngsten Versuche einer Wiederannäherung von DFB-Präsident Fritz Keller und -Direktor Oliver Bierhoff durchaus begrüßt hatte. Doch auch sportpolitisch birgt das Thema noch immer viel zu viel Sprengstoff. Das wurde am Mittwoch abermals deutlich.

Kurz vor seiner Vertragsunterschrift ließ sich Özil bereitwillig mit einer Fahne des türkischen „Bruderstaats“ Aserbaidschan fotografieren und dankte seinen dortigen „Brüdern und Schwestern“ für deren Unterstützung. Recep Tayyip Erdogan gefällt das; der türkische Staatspräsident hatte Aserbaidschan im jüngsten Bergkarabach-Konflikt mit Armenien unterstützt.

Die Aufnahme mit Erdogan, die 2018 letztlich zum Bruch mit dem DFB geführt hatte, war bei Özils Präsentation im Prunksaal eines Nobelrestaurants in einem Filmchen zu sehen. Fenerbahce-TV drehte es in der Stadt Devrek in der Bergbau-Region Zonguldak, in der Özils Familie ihre Wurzeln hat. Dort hängt das Erdogan-Foto mit Özil und dem Arsenal-Trikot als Plakat an einer Straße.

Özil lauschte den Ausführungen des Geschäftsmannes mit sichtbarer Ehrfurcht. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, begann er seine kurze Stellungnahme, „ich bin sehr aufgeregt und glücklich. Ich war immer Fenerbahce-Fan, deshalb bin ich hier.“ Özil kam mit schwarzem Hemd und schwarzem Sakko, an seiner Seite Ehefrau Amine und Töchterchen Eda. Seine knappen Antworten auf die Fragen von auch aus Deutschland zugeschalteten Fans oder den anwesenden Reportern wurden mit Applaus bedacht. Auch die Sätze über das DFB-Team und die Bundesliga, wo der gebürtige Gelsenkirchener einst für Schalke 04 und Werder Bremen spielte. Vergangenheit.

Die Zukunft gehört Fener. Glaubt er an den Titel mit dem aktuell Zweiten der Süper Lig? „Natürlich, Fenerbahce ist immer ein Kandidat für jeden Titel“, sagte Özil. Spürt er Druck? „Es lastet immer Druck auf einem Fußballspieler. Ich habe für große Klubs gespielt und kenne das. Fenerbahce ist der Klub, den ich liebe. Ich werde mein Bestes geben.“ Um 16.39 Uhr Ortszeit (14.39 Uhr MEZ) unterschrieb er seinen bis Mitte 2024 laufenden Vertrag, für den er laut Koc finanzielle Abstriche gemacht habe: „Aber er wollte mit seiner Familie in der Türkei leben.“

Auf seine Rückkehr auf den Platz muss Özil aber wahrscheinlich noch etwas mehr als eineinhalb Wochen warten. Er hoffe, dass er so bald wie möglich auf dem Feld stehen könne, sagte er. Als Glücksbringer auf der Tribüne für seinen neuen Klub hat er sich aber schon bewährt. Am Montag verfolgte Özil das 3:0 im Ligaspiel gegen Kayserispor im Stadion. „Glückwunsch ans Team. Es war großartig im Stadion“, schrieb Özil danach bei Instagram. Fener liegt damit zwei Punkte hinter Spitzenreiter Besiktas auf Platz zwei.

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