Kultur

Wie zwei Seehunde beim Brustbump

Es gibt diesen einen Moment, in dem zwei Showwelten aufeinanderklatschen wie zwei Seehunde beim Brustbump. Joko Winterscheidt, gerade Kandidat in seiner eigenen Show, muss in einer Spielrunde all das wortwörtlich wiederholen, was ihm sein ihm ungebeten verpasster Joker Klaas Heufer-Umlauf auf seinen Knopf im Ohr flüstert, Thomas Gottschalk, der sich in der vergangenen Ausgabe von »Wer stiehlt mir die Show?« die Moderationsrechte für diesen Abend erspielt hat, stellt dazu die Fragen.

Natürlich nutzt Heufer-Umlauf diese Chance, Winterscheidt wie eine Bauchrednerpuppe zu spielen und lässt ihn ein pennäleriges »Du, Herr Gottschalk, ich muss mal pullern« und »Ich bin ein Bi-Ba-Butzemann« dazwischenkrähen. Gottschalk, sichtlich irritiert, hebt kurz die Braue und findet keine passende Reaktion auf den Klamauk, und es fühlt sich für einen Moment an, als clashten hier tatsächlich kurz zwei Systeme, zwei unterschiedliche Interpretationen von Unterhaltungsfernsehen.

Hier Gottschalk und die souveräne Süffisanz vergangener Moderationstradition, die den Showkahn mit fester Kapitänshand durch das Kanalsystem der formatspeziellen, verlässlichen Regeln manövriert. Dort Joko und Klaas und der quietschfidele Quatschwille, der Showkonventionen auch mal auf dem eigenen Schädel zerdeppert und neu und bisher ungesehen wieder zusammenpuzzelt.

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